18.09.2015
Brüsseler Tabakprodukt-Richtlinie
Jugendschutz darf nicht Verlierer werden

Der Bundesverband des Tabakwaren-Einzelhandels (BTWE) wehrt sich
entschieden gegen die völlig unnötige und drastische Verschärfung der Ausweitung von Schockbildern auf Zigarren, Zigarillos und Pfeifentabak im Referentenentwurf zur nationalen Umsetzung der europäischen Tabakproduktrichtlinie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Die vorgetragenen Jugend- und Gesundheitsschutz-Argumente greifen bei diesen legalen Genussprodukten nicht, da sie nicht inhaliert und maßvoll konsumiert werden. Es ist nicht nachvollziehbar, warum auch diese Sortimente die Optik der Tabakwaren-Fachgeschäfte negativ verändern sollen.

Rainer v. Bötticher, BTWE-Präsident: „Die Schockbilder für Zigaretten und Feinschnitt im kommenden Jahr werden nicht nur die legalen Produkte, sondern auch die Kunden - egal ob Raucher oder Nichtraucher - sowie die Mitarbeiter diskriminieren, weil sie sich dann statt in einem breit sortierten, genussorientierten Tabakwaren-Fachgeschäft in einem Gruselkabinett befinden werden."

Der BTWE befürchtet, dass die Einführung übergroßer Schockbilder, die der Einführung von Einheitsverpackungen durch die Hintertür gleichkommt, ein Konjunkturprogramm für den Schwarzmarkt mit gefälschten Zigaretten eröffnet. Es muss davon ausgegangen werden, dass das Ende der Fahnenstange für nicht in Deutschland versteuerte Zigaretten noch nicht erreicht ist. Weitere massive Umsatzverluste im Fachhandel sind damit programmiert.